Freitag, 25. Juli 2014

Sri Lanka Colombo 2

Nächtliche Unruhe, oder war es bereits morgen? Die Wohnung besitzt einen grossen Wohnraum mit einem Sofa, zwei Sesseln und einem Tisch auf dem nicht gegessen wird, sondern gearbeitet. In der Küche brannte am Abend blos eine Kerze. Das Bad ist munzig, der Ablauf defekt. Drei Schlafzimmer gehören zur Wohnung. Eines wird von Radhika, Nick und Luis bewohnt, in einem wohnt ihr Cousin, oder ist es doch ihr Manager? und im dritten Zimmer rumpelte es in der Nacht. Jemand zog aus mit Sack und Pack. Am Morgen wurde es kurz ruhiger und ich erfuhr von Radhika, dass wir nun das leere Zimmer bewohnen können. Nachdem ich unsere Rucksäcke ins Zimmer brachte, entschloss ich mich doch noch eine Nacht länger zu bleiben. Ein eigenes Zimmer ist schon etwas tolles. Die Jungs schliefen lange.


Kurz nach zwölf Uhr verliessen wir zusammen mit Radhika, Nick und ihrem Fahrer die Wohnung. Bei einer kleinen Bude mit der abgenutzen Aufschrift "airtel" stiegen wir aus. Stifte, DvD, einen Messerhalter und andere unnütze Haushaltssachen, wie es Rian nannte, stapelten sich hinter der Theke an der Wand. Leute mit einzelnen Papieren, ihrem Pass oder gebündelten Papieren liessen sich eine Kopie anfertigen. Zwischendurch konnte ich mein Anliegen vorbringen: "a new SIM-card for my phone, please". Nach weiteren Kopierkunden, gabs die Nummer zur Auswahl "just one - yes, I take the first one". Smile. Mit einer geöhnlichen Nadel öffnete er das SIM-Karten Fach beim iPhone. "Shut it down". Es dauerte ewig. Nach zwei Versuchen und einem weiteren halben Dutzend Kopierkunden, war es klar: Mein Handy war geperrt für's Ausland. "No problem, you go to an other shop to unlock it. 150 Rupies for the card." Ich nahm noch ein paar Stifte, Retourgeld war in Colombo bisher rar. Ausserdem konnte man mit Hilfe eines Stiftes die Sri Lankische Steckdose überlisten. 



Der Ladenbesitzer erklärte dem nächsten Three Wheel Fahrer wohin ich wollte und was ich brauchte. Wir stiegen ein. Eine gemütliche Fahrt begann. Der Fahrer fragte mich nochmals was genau ich brauche. Einen Mobile Shop und Wasser. Zuerst Wasser. Es war kurz nach Mittag. An einem kleinen Stand kauften wir kurz zuvor etwas zu essen, wir schwitzten, es war heiss und ich hatte keine Lust uns austrocknen zu lassen. Unser freundlicher Fahrer kaufte für uns im nächsten Shop Wasser, dann gings weiter. Im Shop half er uns und nach wenigen Minuten funktionierte mein Telefon. Wir fuhren mit Christopher unserem Fahrer zurück nach Jawatta Garden, zuerst aber holten wir noch seine Tochter ab von der Schule. Sie sass vorne zwischen seinen Beinen und half ihm fahren. Seine Frau war seit drei Jahren "abroad" am Arbeiten. Mutter und Tochter sehen sich via Skype. Nein, sie kann erst in einem Jahr nach Hause kommen. Er schaue auf die drei Kinder, zusammen mit seiner Mutter. Er schlug uns vor eine Tour mit uns zu machen gegen Abend, oder zum Zoo zu gehen. Wir fanden die Idee super, er gab mir seine Nummer, seine Tochter solle doch auch mitkommen. 





Wir gingen wieder zu Radhika. Sie war noch nicht zu Hause. Mit Radhika und Nick verabredeten wir uns am Vorabend zusammen in den Park zu gehen. Ich probierte sie anzurufen um den Zoo stattdessen vorzuschlagen. Ratschi, der Babysitter war zu Hause. Sie komme nächstens. Wir warteten. So lange, dass es zu spät war für den Zoo. 



Ein kuzer Shoping- und Erkundungs-Tripp Rund ums Haus musste dann doch auch noch sein. Blumen, Ratten, Marshmellows und ein alter Webstuhl waren unsere Entdeckungen. Im Tuchladen leuchtete es vor lauter Farben. Ich dachte an Luki's und Carmen's Ratschlag (wenn dir was gefällt kaufe es! Du findest nicht noch etwas schöneres.) und kaufte mir einen Schal. Wer weiss ob ich bald noch einen schöneren finde und ich auch noch kaufen muss?







Vor Radhikas Haus in Colombo.




Ja, das war die Ratte die ich entdeckte. Meine Kid's fanden eine andere, auf der Strasse. Wow, war der Ausruf, und dann: "Ne Mama, nicht hingucken. Das musst du nicht sehen." "Na was denn?" "Ne, nichts." "Zeig schon, ah ne tote Ratte." "Die ist nicht nur tot, da quillt das ganze Hirn raus..." "Mhmmm." In der Nacht hatten wir noch ne fette Maus auf dem Balkon, die liessen wir dann nicht rein, ich schloss die Balkontüre und sie spähte promt zur Glasscheibe rein. Ob sie sich wohl an unsere Kracker gewagt hätte?

Erst um halb sieben kamen Radhika und Nick nach Hause und den Park sahen wir nur noch bei Nacht. Eilig schien es hier niemand zu haben. 




Für das Abendessen gingen wir in ein Chinesisch/Sri Lankisches Restaurant. Da wir zu acht waren, Radhika hatte sich noch mit zwei anderen Couchsurfern verabredet, nahmen wir zwei Three Wheeler. Einer verfuhr sich und so warteten wir erst etwas beunruhigt vor dem Restaurant. Weder Radhika noch Nick hatten noch Akku und auch Amaels  Telefon war ausgeschaltet. Kurze Zeit später kamen sie lachen an, sie waren etwas zu weit gefahren und der Fahrer behauptete fälschlicherweise es sei das richtige Restaurant zu dem er sie stattdessen gebracht hatte. Scheinbar soll das so sein in Sri Lanka, weiss man etwas nicht, gibt man es einfach nicht zu und erzählt stattdessen einfach irgend was. Im Führer steht als Tipp: Wenn sie jemanden nach den Weg fragen, nehmen sie die Antwort zur Kenntnis und fragen sie noch drei Andere. Dann suchen sie sich die beste Antwort davon aus.

Die Nacht war trotz Ventilator heiss und vor allem laut. Nach der Flugzeug Nacht und der Rumpel Nacht im Wohnzimmer entschloss ich mich Ohrstöpsel in Gebrauch zu nehmen. Genützt hat's nicht viel.